Samstag, 21. Januar 2012

Haben Christen in der Politik nichts zu suchen?

Ein Mitglieder SP will Jesus...
...statt Darwin in den Lehrplan aufnehmen. Dass er eigentlich die biblische Schöpfungslehre nicht ausschliesslich sondern neben Darwin gelehrt haben möchte, geht im Artikel und im Aufschrei der Genossen (wenn man dem Artikel glauben kann) komplett unter. Ich kenne einen Fall persönlich wo jemand aus der SP aufgrund seines "aktiv gelebten" Glaubens fast aus der SP ausgeschlossen wurde.

Politisiere ich für das Wohl des Landes...
...oder missbrauche ich sie um die eigenen z.T. egoistischen Interessen meiner Partei durchzusetzen? Ist für eine Partei welche die Bibel oder den Koran als Gesetz einführen will überhaupt Platz in einer Demokratie? Soll sich die Kirche (egal welche) aus der Politik heraushalten?

Christen haben in der Politik...
...nichts zu suchen. Sie vertreten eine Minderheit und die kann und darf nicht über eine Mehrheit bestimmen. Ihre einseitig geprägte Weltanschauung darf nicht als der einzig wahre Wert angestrebt werden, sonst werden Menschen mit einem anderen Glauben vor den Kopf gestossen und fühlen sich ausgegrenzt.

Eine Politik nach Blocherdoktrin...
...unterscheidet sich eigentlich gar nicht so stark von dem Ziel den Kapitalismus abzuschaffen wie bei der SP oder dem Ziel die Sharia einzuführen von den Salafisten in Aegypten. Es ist das Ziel eine Idee, Ideologie, Doktrin oder Glauben den Mitmenschen "aufzuzwingen".

Ich wünsche mir eine Politik ohne...
...Parteibuch. Warum stellen wir uns nicht zuerst die Frage was nützt dem Land? Haben wir nicht genug Probleme die wir gemeinsam lösen sollten als und in parteipolitischen von Ideologien Grabenkämpfen zu verlieren? Dann ist es egal welchen Glauben ein Politiker hat. Dann hätten Christen, die ihren Glauben aktiv leben auch in der SP einen Platz, dann wäre in der SVP auch andere Linien als die von Zürich denkbar (ähnliche Beispiele gibt es sicher auch bei anderen Parteien)

Mittwoch, 11. Januar 2012

Buchbesprechung: Wie laut soll ich denn noch schreien?

Missbrauch mit System...
...hat der damalige Leiter der Odenwaldschule Gerold Becker betrieben. Er und weitere Erziehungspersonen haben über 130 Kinder die ihrer Obhut anvertraut waren sexuell missbraucht.
Jürgen Dehmers war ungefragt und gegen seinen Willen ein Teil des System Beckers. Ohne zu beschönigen beschreibt er, wie das Räderwerk mit dem pädokriminellen, in der Öffentlichkeit hoch geachteten "Pädagogen" am Schalthebel funktioniert hat. Wir werden mitgenommen und erleben wie Jürgen versucht auszubrechen und seine missbrauchten Körper und seine Seele zu betäuben um zu überleben und nicht verrückt zu werden.

Ganz wichtig, das Buch hört nicht auf als der Missbrauch mit Jürgen Dehmers Abgang von der Schule beendet wurde. In einem zweiten Teil beschreibt er, wie er die Gewichte, die ihm während dieser Zeit auf die Schultern gelegt wurden, versucht loszuwerden. Die Aufarbeitung ist das zweite Verbrechen, das die Opfer ertragen müssen. Viele zerbrechen daran, weil ihre Seele bereits mit dem Missbrauch getötet wurde.

Der Ruf nach Gerechtigkeit schreit Jürgen immer noch, für sich und für all die, die nicht mehr schreien können. Der dritte Teil des Buches handelt über seinen Kampf um Anerkennung der Schuld und dass die Schule zu ihrer Vergangenheit steht und die Verantwortung für die Geschehnisse übernimmt.

Ein Einzelfall, das könnte bei uns...
...nie passieren. Jeder Missbrauch ist ein Einzelfall und diese können leider immer und überall geschehen. Egal ob es die Odenwalschule, oder andere Institutionen wo in einer geschlossenen Gemeinschaft zu viel Macht in den Händen von einzelnen Personen liegt, wir sind aufgerufen hin zuschauen und zu Fragen zu stellen wo alle schweigen. Mehr dazu in meinem BLOG-Post Unsere Gesellschaft missbraucht ihre Opfer - der Staat als Täter

Ich empfehle dieses Buch...
....allen Menschen die mehr erfahren wollen wie sich ein Opfer fühlt und wie es mit dem Erlebten umgehen kann und muss. Jürgen Dehmers schreibt direkt und ehrlich, so als sässen wir mit ihm zusammen bei einer Tasse Kaffee, und er erzählt uns seine Geschichte. Für Leiter von Institutionen die sich um Menschen kümmern sollte dieses Buch zur Pflichtlektüre erklärt werden.

Links und Bezugsquellen...
...hier, auf der Seite des Verlages finden sie mehr Informationen zum Buch. Bitte berücksichtigen Sie beim Kauf des Buches Ihre kleine Buchhandlung in der Nähe und nicht die grossen. Meine persönliche Empfehlung für Spiez ist der Bücherperron, da werden Sie z.B. von der Autorin vom Lesefieber.ch kompetent beraten.

Samstag, 7. Januar 2012

Unsere Gesellschaft missbraucht ihre Opfer - der Staat als Täter

  ...oder ist er zumindest mitverantwortlich.


Menschen die nicht in das Schema...
...unserer Gesellschaft passen werden eingesperrt, ausgewiesen, austherapiert, ausgegrenzt und weggeschlossen. Bei Kriminellen egal welcher Nationalität kann ich dafür noch Verständnis aufbringen. Was ist aber mit den Kindern die schlechte Startbedingungen im Leben haben? Die Chance, dass sie im Alter als verhaltenskreativ auffallen ist recht gross. Doch unsere Gesellschaft ist nicht in der Lage solche Menschen mitzutragen. Sie werden mit Ritalin ruhig gestellt, in Therapien, Internate oder Heime gesteckt nur damit die das übrige alltägliche Leben möglichst problemlos funktioniert.

Institutionen sind oft wie Sekten...
...Welten mit ihren eigenen Gesetzen und Regeln. Egal ob es ein Erziehungsheim, eine psychiatrische Klink oder eine Strafanstalt, es sind in sich geschlossene Gemeinschaften. Der Vorteil für die Behörden, sie wissen ihre Problemfälle versorgt, betreut und überwacht. Da das Geld und der Wille solche Paralleluniversen von unabhängigen Stellen zu kontrollieren fehlt, fördert es die Möglichkeit, dass es darin zu Missbrauch kommen kann.

Wer nicht der Norm entspricht, hat...
...auch keinen Platz in der Gesellschaft. Solche Subjekte müssen möglichst rasch und kostengünstig aus der Öffentlichkeit verschwinden. Wer getreu dem Motto "aus den Augen aus dem Sinn" handelt hat auch kein Interesse nachzufragen wie es dem Verdingbueb geht oder ob die ErzieherInnen die anvertrauten Kinder zur eigenen Befriedigung missbrauchen. Für mich ist es bei der wachsenden Zahl an Missbrauchsfällen die bekannt werden, nicht nachvollziehbar, dass die zuständigen Behörde von nichts gewusst haben wollen. Ist wirklich allen begründeten Verdachtsmomenten nachgegangen worden? Wurde wirklich immer im Wohle des Kindes und nicht aus Kostengründen entschieden? Ich bezweifle das!

Für gewisse Menschen in gewissen...
...Situationen kann ein Aufenthalt in einem Heim oder in einer Lebensgemeinschaft durchaus hilfreich sein. Ich stelle auch nicht alle solche Institutionen unter Generalverdacht. Wenn sich aber der Leiter sich bewusst jeder Kontrolle entzieht und die Menschen in seinem Haus immer härteren Regeln unterwirft die viele nicht einmal biblisch begründet werden können, dann ist das aus meiner Sicht nicht nur bedenklich sondern auch gefährlich. Mir sind persönlich einige Fälle bekannt bei denen junge Menschen im Namen Gottes missbraucht worden sind. Immer dort wo Menschen zu viel Macht erhalten, immer dort wo sie niemandem gegenüber verantwortlich sind oder sich den Kontrollen entziehen ist ein gesundes Mass an Vorsicht geboten. Das hat definitiv nichts mit Rebellion gegenüber Leiterschaft zu tun.

Viele Missbrauchsfälle in...
...Institutionen könnten verhindert werden, wenn unabhängige Anlauf- und Beratungsstellen vorgeschrieben wären.

Weitere Informationen - Diskussionen in den Kommentaren zu diesem Post. Nur um eventuellen Unterstellungen zu entkräften: Ich bin nicht gegen Gemeinschaften, Institutionen und Einrichtungen die Menschen in schwierigen Lebenssituationen helfen. Die Behörden leisten Heute sicher bessere Arbeit als zur Zeit der Verdingkinder.